Vietnam 2016 – 3 unfassbare Wochen – Teil 1

Vietnam ist laut, verwundernd, dreist, geruchsintensiv und geschäftstüchtig. Gleichzeitig ist es ursprünglich, grün, bewundernswert, mutig, lebendig und singend. Verrückt und Reiz überflutend auf seine eigene Art.

Zunächst einen Überblick zu der Route:
Nach der Landung in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) ging es einige Tage durch das faszinierende Mekong Delta nach Can Tho. Anschließend mit dem öffentlichen Bus nach Rach Gia und von dort mit der Fähre nach Phu Quoc. Per Flugzeug ging es nach Da Nang zur Weiterfahrt nach Hoi An. Nach einem Ausflug nach My Son ging es nach Hue und mit dem Bus über Nacht nach Hanoi. Nach einem mehrtägigen Ausflug in die Region Sa Pa ging es für eine Nacht zurück nach Hanoi und dann in die Ha Long Bucht.

Vor der Reise bemühte ich mich ein paar Brocken vietnamesisch zu lernen. Ich bin der Meinung, das zeigt Respekt und freut die Einheimischen. Leider wurde ich bitter enttäuscht. Nicht einmal ein Lächeln gewann ich. Maximal von Menschen an der Rezeption. Als ich das Hinweisschild „Always smile“ unterhalb eines Empfangs sah, war auch dieses Lächeln nicht sehr ermunternd.

Die Vietnamesen habe ich nicht als liebevolles, lächelndes Volk wahrgenommen. Dennoch habe ich größten Respekt vor ihrer Geschichte und ihrer Entwicklung. Ich bin dennoch dankbar für die Ursprünglichkeit, die mir noch begegnete. Wenn man sieht wie emsig nach westlichen Werten gestrebt wird, könnte sich dies verlieren.

Bei meinem Versuch etwas Struktur in die Reizüberflutung der kleinen Dinge zu bringen, die mir begegneten, fange ich mit den Menschen an. Tatsächlich sind über 70 % Atheisten. Dennoch sieht man einige Tempel und Schreine und aus dem Hinduismus stammend, auch deren Glückssymbol. Schade, dass es für uns Deutsche so negativ besetzt ist. Bei diesem Gebäude konzentrierte ich mich dann auf die wundervolle, detaillierte Ausarbeitung.

Daher zurück zu den Menschen, die unfassbar kreativ und mutig sind. VolkssportIhre Freizeit verbringen sie mit Singen. Karaoke findet man an jeder Ecke. Außerdem findet man nicht nur Bars in denen diesem Hobby nachgegangen werden kann, sondern auch in den privaten Räumen, alleine, wird gesungen. Karaoke privatLinks sieht man einen älteren, singenden Herren, den ich kurz von der Straße aus beobachtete.

Man kommt sich häufig vor wie ein Riese neben den Vietnamesen und kann sich auch nicht vorstellen, dass gewisse Arten der Körperhaltung gemütlich sind. Aber das scheinen die Einheimischen anders zu sehen. Auch die Entspannung kommt nicht zu kurz. EntspannungDie Haltung, die der Herr auf dem Bild einnimmt, begegnet einem ständig. So ein Fahrzeug ist zu vielem Nutze. Und damit wäre ich auch schon bei dem Lieblingsgerät der Vietnamesen. Dem Roller.

Er umgibt sie jederzeit und dienst nicht nur als Schlafstätte, sondern auch als Transportmittel für alles. Ganze Umzüge werden damit gestaltet. Diese Rollerparade, die einem täglich begegnet ist unterhaltsam und zugleich nervig. Bei dem ersten Foto, siehe unten, könnt ihr euch eventuell den Lärm vorstellen, den der Verkehr verursacht. Auf den beiden Fotos daneben besuchte ich einen Markt in Can Tho. Die Dame in Gelb fuhr zuerst im Schneckentempo an den Ständen vorbei um sich die Waren anzuschauen. Was ich, bezogen auf den Klimawandel, schon sehr kritisch finde. Sprachlos stand ich da, als Sie schließlich auch noch in den Stand fuhr (drittes Bild) um tatsächlich so einzukaufen. Erst später fiel mir auf, dass die Bürgersteige meist abgeschrägt sind um mit dem Roller besser darauf fahren zu können.

Roller ueberall Schaufenstershoppen auf dem Roller Mit dem Roller shoppen Roller

Die Bilder verdeutlichen vielleicht auch warum ich Respekt davor hatte einen Roller zu leihen. Der Verkehr ist einfach verrückt und so sind dann auch die Straßen in dem baufreudigen Land, gelinde gesagt, ebenso spannend. Links Bilder, die ich auf einem Roller auf Phu Quoc machte. Das Rechte zeigt auch nur einen Moment, bei dem ich den Mut hatte während der Fahrt ein Foto zu machen ohne dabei im Schlamm zu versinken. Die Navigation mit Karte und Handy ist übrigens sehr zu empfehlen. Die Beschilderung ist herausfordernd. Einen Roller zu mieten ist günstig und, insbesondere auf der Insel, absolut lohnenswert. Es ist toll die Strände zu entdecken, die Natur und die Tierwelt zu beobachten.

BürgersteigFußgängerAls Fußgänger unterwegs zu sein ist nicht vorgesehen, insbesondere in den Großstädten Hanoi und Ho-Chi-Minh. Die Bürgersteige sind meist sehr schmal oder zugestellt. Häufig noch verziert von dicken Stromkabeln, deren Enden teils offen herunterhängen. Da kommt ein mulmiges Gefühl auf. Auch wenn es extrem anstrengend ist in der Hitze, der dicken Luft und den Hindernissen, das Laufen lohnt sich auch hier. Man kann die Menschen in ihrem täglichen Gewusel viel besser beobachten und entdeckt viel mehr kleine Dinge. Was man auch zu Fuß besser sieht, ist der Versuch der Vietnamesen den knappen Platz in den Städten zu nutzen. Die Bilder unter diesem Absatz zeigen meines Erachtens gut den Versuch alles effizient zu gestalten und westlich zu sein. Dieses beständige Streben trifft auf die Wirklichkeit und verdeutlicht, dass das Land seine Bevölkerung nicht vergessen sollte.
Von links nach rechts: Es gibt Rooftop Bars ohne Ende; Hotels werden, gefühlt, aus Beton gegossen, damit es schneller geht und stehen gleich darauf wieder leer; Laden neben Laden quetscht sich entlang der dicht befahrenen Straßen und möchte Dir alles bieten; Ein Haus von dem ich dachte, es sei leerstehend, da es so heruntergekommen war, wird aktiv genutzt; Putzig fand ich das letzte Bild, bei dem man vermutlich immerhin versucht das Alte, Schöne zu bewahren, solange es möglich ist.

In Hanoi In Sapa In Ho-Chi-Minh Ho-Chi-Minh Haus zwischen Häusern in Hanoi

Bei diesen abenteuerlichen Bauten sinFeuerschutzd Warnschilder umso wichtiger. Hier lassen sich die Vietnamesen ordentlich was einfallen. Links, wie man sich verhalten muss wenn etwas „BAO DONG“t. Rechts, die Vorwarnung, dass ein Förderband endet.

Das nächste Schild ist vermutlich auch nur notwendig, da es, durch den Einzug der westlichen Welt, auch zu Änderungen bei den Toiletten kam. Tatsächlich ist es eigentlich üblich Toiletten im Boden zu haben. Die Westlichen benötigen also Warnschilder um Unfälle zu vermeiden.

Ein Schild, welches ich einfach nicht verstehen wollte, war das Linke. Es stand auf der Straße und ich konnte einfach nichts finden, was man nicht hätte fotografieren dürfen. Die Darstellung der Kamera auf dem Schild fand ich sehr lustig.

Menschen schwingen FahnenRot Blau GelbEiMilitärfeiern weiteres, kleines Ding, das ich bildlich festhalten musste, ist das TV-Programm. Zunächst fand ich es lustig zuWerte sehen wie Herren in Militäruniform Ballett tanzten und Fahnen schwangen. Als ich es immer häufiger sah, machte ich mir so meine Gedanken. Hallo, Kommunismus. Da ich den Gesang nicht verstehen konnte, recherchierte ich die gezeigte Flagge. Ich konnte sie online nirgends finden. Lediglich, dass die Farben der Flagge den Nationalfarben entsprechen. Rot, Gelb, Blau. In der Geschichte der Flaggen in Vietnam stand Rot für das Land selbst, Gelb für die Menschen und Blau für das Wasser des Landes. Rechts sieht man auf einem Plakat, neben Ho-Chi-Minh selbst, die Werte, die der Kommunismus predigt.

Karten für HochzeitenEines von vielenEheDie Hochzeitslust der Vietnamesen finde ich auch beeindruckend. Zahllose Läden befinden sich in den Städten. Spezialisiert auf Kleider, Dekoration und Einladungskarten. Letzteres ist rechts zu sehen. Regelmäßig sieht man Brautpaare vor allem möglichen posieren. Links einmal neben einem Denkmal in Hanoi. Daneben vor einem Laternen-Stand in Hoi AnHoi An ist eine sehr touristische Stadt, welche gleichzeitig sehr gut erhalten und ursprünglich ist. Sie hat mir nach Sa Pa am besten gefallen. Man fühlt sich einfach wohl.

In Teil 2 mehr über die Kuriositäten dieses Landes. Unter anderem in Sachen Fenster, Ernährung und Tiere.

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